Thursday, September 19, 2013

Cordova: Geheimnisvoller Umschlag in meinem Briefkasten

Und schon wieder war ich etwas verblufft, als ich in meinem Briefkasten einen Umschlag fand, dessen Absender mir völlig unbekannt war.


Bei der Analyse des Umschlags fielen mir folgende Sachen auf:
  • (meta?)Der Brief war nicht frankiert. (\meta?)
  • Die Briefmarke mit dem Schmetterling erinnerte mich sehr an Fringe
  • Die andere Briefmarke (Purple Heart) trägt kein Wertzeichen (es handelt sich übrigens um den sogenannten "Forever" Stamp)



Die Adresse des Absenders:
A.Cordova
9 Mott Strat (street?)
New York NY, 10013
U.S.A.
(Hier die genaue Adresse bei google maps)

Doch meine Verblüffung war gross, als ich den Umschlag öffnete. Es lag ein Polaroid drin.
Ein halb verschmolzener Kuscheltier?
Die Kehrseite des Polaroids war informativer:
  • Eine URL: www.traue-ich-mich.de
  • Eine Zahlenfolge 0613448019. Eine Telefonnummer? Der Vorwahl nach zu beurteilen, wäre dies Mainz-Kastel (nur die Telefonnummer scheint nicht vergeben zu sein)
  • Ein Schriftzug "IMPOSSIBLE CR"

Ob die beiden letzten Daten eher technisch bedingt sind, ist noch zu klären. ja, es ist technisch bedingt (mit Dank an Gerold

 Doch begeben wir uns auf diese Seite. Trauen wir uns?


Aha! Es ist über die Welt der Cordoviten die Rede. Und der Absender war "A. Cordova".
META. Es fehlt natürlich sofort ein, dass das ganze ein Projekt des S.Fischer-Verlags ist. Und tatsächlich ist es der transmediale Part des Buches "Die Amerikanische Nacht" von Marisha Pessl:
"Stürzen Sie sich kopfüber in »Die amerikanische Nacht« – auf den Spuren von Ashley, der nicht minder geheimnisvollen Tochter des mysteriösen Kult-Regisseurs Stanislas Cordova. Der virtuelle Rundgang führt Sie zu fünf Originalschauplätzen des Romans. Starten Sie Ihre virtuelle Spurensuche in New York Citys Chinatown und bringen Sie etwas Licht in Cordovas dunkle Welt!" (http://www.marishapessl.de/pessl/start)
Man kann sich darüberhinaus mit dem Facebook-Account anmelden - und schon ist man in der Zentrale der Cordoviten, man wird automatisch selber zu einem Cordoviten, d.h. zu einem Fan von Stanislas Cordova, dem berühmt-berüchtigten Filmemacher, eine Mischung zwischen Hitchcock und Lynch. Er interessiert sich für die Abgründe der menschlichen Seele. Hier ein Interview mit ihm aus Rolling Stone (1977).

Und so begibt man sich auf eine Spurensuche, denn es geht unter anderem um Ashley Cordova, Tochter des Filmregisseurs, die unter mysteriösen Umständen gestorben ist. (Ist es denn nicht etwa die Absenderin des Briefes, "A.Cordova")

Und schon das erste Indiz: Ein Video von Mott Street 9 selbst, die Adresse auf meinem Briefumschlag. (Wie es sich herausstellen wird, ist es der Ort, an dem man Ashley tot aufgefunden hatte).

Man beachte das rote Piktogramm eines Vogels in diesem Video. Es lohnt sich, auf dieses Zeichen zu klicken - denn neue Indizien, wie Presseartikel etc. kommen zum Vorschein (funktioniert nur auf der Trail-Webseite).

Das ganze sieht vielversprechend aus, die Aufmachung der Seite ist sehr gelungen, die Videos mit den versteckten Hinweisen inspirierend. Das einzige, was mich etwas stört, ist die ständige Hinweise auf das Buch und Verlag, die überall auf der Seite ins Auge springen. Die Meta-Ebene wird also ständig präsent, und ein TINAG-Prinzip (This Is Not A Game) kommt nicht zustande. Nun, es ist kein Alternate Reality Game, sondern die digitale Erweiterung des Buches, und das freut das Auge und den Hirn. Mal schauen, wohin das Ganze führt. Und hier ist der Trailer zum Buch:

Das Buch scheint tatsächlich transmedial zu sein: man scannt die Illustrationen in diesem Buch mit dem Night Film DeCoder - und kommt auf die multimedialen Inhalte. Ich vermute, das gilt auh für die deutsche Version (nur dass die Inhalte wohl im Original, auf Englisch erscheinen werden).



Und übrigens: Marisha Pessl kommt am 1.10.2013 nach Frankfurt, ins Literaturhaus. Informationen vom Literaturhaus Frankfurt. Und als Facebook-Event.

P.S. Vielen Dank an Gerold von der Digitale Leinwand - er hat ebenso inen Brief erhalten, jedoch mit etwas anderem Inhalt. Hier ist seine Analyse: http://www.digitaleleinwand.de/2013/09/16/traue-ich-mich-mysterioese-post-aus-new-york/