Wednesday, November 15, 2006

Zeitloch ist gefunden! Eine kühle Rechnung.

§1. Laut dem Statistischen Jahrbuch der Bundesrepublik 2006 sieht ein Durschchnittsmensch 13 Stunden und 14 Minuten pro Woche fern. Das macht also 794 Minute, also 113 Minuten pro Tag. Behalten wir das mal im Hintersinn. Oder im Vordersinn - es kommt auf die Sinneskonstruktionen an (einige fühlen mit Herz, andere mit Bauch, wiederum andere schaffen es irgendwie, mit ihrem Hirn zu fühlen, und nennen es kategorisch "Vernunft"). Lassen wir das mal als eine Prämisse gelten.

§2. Das EU-Parlament streitet immernoch über die Werbepausen im Fernsehen. Das einzige, worauf die Abendländer sich geegnet haben, ist die komplette Länge der Werbungblocks pro Stunde = es sollen 12 Minuten Werbung pro 60 Minuten sein.

§3. Nun gehen wir mal zurück zu unserer Prämisse.
112 Minuten Fernsehrausch pro Tag sind so ca. 1 Stunde 53 Minuten. Erlauben wir uns mal eine Frechheit und Runden das mal ab, bis zu 2 Stunden.

§4. Nachdem wir uns die im §3. konkretisierte Frechheit erlaubt haben, können wir des ruhigen Gewissens anfangen zu rechnen. Pro Tag sitzt der Durchschnitts-Otto 2 Stunden lang vor der Glotze, davon also starrt er 24 Minute lang die Werbung an (zumindest soll anstarren, wie die Marketingabteilung eines jeden erfolgorientierten Senders hofft).

§5. Nachdem wir den Tageswerbungsverbrauch ausgerechnet haben, ist es leicht geworden, die Situation im Kontext der Zeit zu begreifen.

1 Tag = 24 Minuten Werbung
1 Woche = 168 Minuten = 2 Stunden 48 Minuten Werbung
1 Monat (optimistische 4 Wochen) = 627 Minuten = 10 St. 27 Minuten
1 Jahr (52 Wochen) = 7542 Minuten Werbung = 125 St. 42 Minute = 5,2 Tage
also in 10 Jahren sind`s 52 Tage Werbung
Und zu unseren 70 Jahren werden wir 364 Tage Werbung gesehen haben (denn bereits ein bauchlebender Säugling zählt zu dem Durchschnittmensch). Zu diesem reifen Alter hatten wir ein ganzes Jahr lang mit Unsinn verbracht.

Dazu waren wir optimistisch. Denn ein Monat ist nicht gleich 28 Tage...
Und das EU-Parlament kann sich für noch grausamere Strafen der Öffentlichkeit entscheiden.

No comments: