Friday, August 24, 2007

Die Faustregeln zur Bekämpfung der eigenen versteckten Terroristerei

Zuerst dachte ich, es sei ein Fake oder ein Witz, doch es stellte sich heraus, dass bei der Aktion "Wir sind ganz in Ihrer Nähe" es sich um eine offizielle Image-Kampagne der Bremer Polizei handelt.

Um was geht es? Es geht um mehrere Plakate, die mit der Überschrift "Wir sind ganz in Ihrer Nähe" überall in Bremen hängen. In diesen Plakaten wird aufgelistet, wie man als ein Terrorist verdächtigt werden könnte.

Meine Lieben, wir leben in gefährliche Zeiten, wo wir selbst, ohne es zu ahnen, zu miesen und gefährlichen Terroristen werden, beispielsweise, wenn uns im Handy das Akku ausgeht.

Daher habe ich hier einige Grundsätze zusammengefasst, die uns helfen, das üble Terrortum in uns zu bekämpfen und zu dämmen. Damit wir zu gesetzgerechten und braven Bürgern unseres Landes werden.

Die Faustregeln.

1. Dumm werden. Es ist schwer, ich weiss es. Aber wir müssen ja die intellektuelle und sachliche Voraussetzung nicht erfüllen dürfen, damit wir dieses Verhängnisvolle Bekenntnisschreiben verfassen könnten.
Also: BILD-Zeitung lesen, RTL schauen und alle Bücher gefälligst aus der Wohnung wegschaffen. Die bringen nämlich auf so Gedanken. Vor allem: Bibliotheken meiden.

2. Auffällig sein. Findest Du Dich aber trotz aller Bemühungen in einer Bibliothek wieder, so versuche so auffällig wie möglich zu sein, um nicht aufzufallen. Denn die Personen, die die ihnen zur Verfügung stehenden Bibliotheken unauffällig nutzen, fallen nach Punkt 2 als Terrorverdächtige auf.
Also: während des unfreiwilligen Aufhaltens in der Bibliothek laut schreien, springen, mit Büchern werfen. Das ist die sicherste Methode, in Bibliotheken zu überleben, ohne gleich des Verbrechens bezichtigt zu werden.

3. Kontakte meiden. Da im Prinzip jede Person, mit der man sich trifft, eine Straftat verbergen könnte, ist es am sichersten, sich in einer gefahrlosen Umgebung aufzuhalten und jedwede Kontakte zu meiden.

4. Wenn die 1 Faustregel bereits erfüllt ist, können wir davon ausgehen, dass es uns nie zustösst, Artikel oder wissenschaftliche Abhandlungen geschrieben zu haben, die militanten Termini wie Berlin und Hartz IV beinhalten.

5. Sich nie mit Themen der nicht gerechten Weltwirtschaftordnung, Präkarissierung, Entwicklung der Städte und Regionen zu befassen. Am besten, auch mit keinen anderen Themen. Überhaupt, anzufangen sich zu befassen kann bald zu einem verfassungswidrigen Unterfangen werden.

6. Nie an Demonstrationen teilnehmen. Grundsätzlich gelten zwei Möglichkeiten, sich in grösseren Gruppen zu befinden, ohne gleich subversiv zu wirken: in einem Biergarten und während der Fassenacht. Die Subversivität dieser zwei gesellschaftlichen Treffpunkte hat eine eher alkoholische Natur, also ungefährlich. (Denkt aber dabei an die Regel 3 und meldet alle verdächtigen Straftäter).

Liebe Mitbürger, wenn Ihr all diese Faustregel erfüllet, wird unser Land sicher sein. Da bin ich mir sicher.

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