Friday, August 24, 2007

Sprach-Zensur schreitet voran

akademie.de, die mit Tipps und Musterbriefen u.a. zum Thema GEZ geholfen hatte, bekam nun von GEZ eine Abmahnung. Nicht wegen der Hilfsunternehmungen, sondern Unter anderem wegen der sprachlich "irreführenden" Begrifflichkeit.

http://www.akademie.de/direkt?pid=46420&tid=22061

Solche Begriffe, wie "GEZ-Gebühren" seien falsch, weil negativ konnotiert. Dafür werden schlangenartige ellenlange Ersatz-Termini benutzt.
Z.B.:

falsch: GEZ-Gebühren
richtig:
gesetzliche Rundfunkgebühren

falsch:
GEZ-Gebührenfahnder
richtig: Beauftragtendienst der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten oder Rundfunkgebührenbeauftragter

falsch:
GEZ-Briefserien
richtig:
mehrere Informationsschreiben der GEZ und/oder Schreiben, mit deren Hilfe der gesetzliche Auskunftsanspruch des § 4 Abs. 5 RGebStV geltend gemacht wird

Eigentlich, müssten die bei sich selbst anfangen, denn auf deren Homepage steht klipp und klar: "GEZ GEBÜHREN". OK, ohne Bindestrich. Dafür mit reichlich Capslock.

Unser Web füllt sich langsam mit Euphemismen auf. Bald werden wir die Metaebene der Sprache öfters zu Rate ziehen, da die direkten - und lakonischen - Ausdrücke verboten und abgemahnt werden.

Wie gefällt Euch diese Zensurerei... ähm... "Neudefinition der negativ konnotierten Termini zwecks Verbesserung des Bildes, das sich die Öffentlichkeit von der Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten machen soll"?

Gefunden bei
Robert Basic

1 comment:

Anonymous said...

So besch...eiden die GEZ ist, diese Kritik ist eher nicht stimmig.

GEZ ist der allgemeine Seitentitel, GEBÜHREN dort der Titel der Unterseite... genauso wie es GEZ AUFGABEN und GEZ INSTITUTION heißt.

Abgesehen davon versucht die GEZ hier nur, ihre Kritiker mundtot zu machen, das ist schon klar. So sind kriminelle Vereinigungen nun einmal.

Ich bin immer noch dafür, dass alle Mädchen ab ca. 12 Jahren Kindergeld verlangen sollten, immerhin sind sie ja - empfangsbereit.