Tuesday, September 04, 2007

Erzwungener Blackout

Schawinski hat neulich beklagt, deutsches Fernsehen leidet an folgenden Problemen: Quoten und Zuschauer. Die Quoten seien ausschlaggebend - und verheerend - für die Programmplanung. Die Zuschauer scheinen
sich an die optischen Reize und die Dramaturgie von Serien wie CSI zu gewöhnen und [...] diesen Standard immer eindringlicher einzufordern.
Man befinde sich also im dunklen ewigen Kreislauf: die senkenden Quoten spiegeln die mangelnde Interesse der Zuschauer wieder, das Interesse der Zuschauer ist jedoch so mangeld, dass auch die Quotenrenner es nicht heben können. Also wird Mainstream produziert, um mindestens einen irgendwelchen Kreislauf zustande zu bringen.

Deswegen sei auch die Nonplusultra-Non-Mainstream-Produktion "Blackout" ihrem Namen eine traurige Ehre erwiesen.

Nun wollte ich nicht so ein Mainstream-Quoten-Kaninchen sein und mal etwas besseres, durch Sat1 produziertes mir anschauen, und zwar mit dem Titel "Zodiak - Der Horoskop-Mörder". (Achja, diese ständigen Doppeltitel im deutschen Fernsehen sind ein Thema an sich...)

Von Popkulturjunkie wurde ich bereits vorgewarnt, es könnte was langatmiges auf uns zukommen.

Doch - meine Rezension bleibt kurz, sie ist fast gar keine Rezension, da ich nach einigen Minuten dem verhängnisvollen Beispiel jener subversiven Zuschauer folgte, die damals von "Blackout" auf einen anderen Kanal zappten. Und zwar - Asche auf mein Haupt - zu CSI:NY...

Ja ich weiss, es ist alles kitschiger, farbiger, mainstreamiger. Jedoch etwas fehlte mir an "Zodiak". Vielleicht war es die Witzlosigkeit, kein Schmunzeln, alles Bierernst und tragisch.

Das ist die Ursache für den Untergang des deutschen Fernsehens - Mangel an Schmunzeln bei aller Ernsthaftigkeit. Nein, ich meine hiermit nicht, dass die Nachrichten-Moderatoren das Publikum plötzlich mit Anekdoten beglücken. Ich meine auch nicht die zahllose Comedies auf der deutschen TV-Landschaft.

Ich meine nur die Selbstironie, Experimentierfreudigkeit und - mehr Freiheit.
Oh, das klang jetzt beihane wie ein politischer Aufruf, deshalb beende ich hiermit meine Meckereien für heute.

Tschü

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