Neujahr in China

Schaue gerade Morgenmagazin (ARD) und staune nur über die Berichtserstattung, genauer gesagt über ihre Art. Man spricht über kommunistische Traditionen, man zeigt eine Sängerin im chinesischen Fernsehen und erklärt: "Auch patriotischen Kitsch schauen sich Millionen Chinesen gerne an".

Was soll diese abwertende Bewertung anderer Kulturerscheinungen? Ich meine, wenn diese Sängerin "patriotischen Kitsch" darstellen sollte, was ist dann mit dem "patriotischen Kitsch" namens "Musikantenstadl" bei ARD?

Es steckt mir schon längst im Halse, diese stereotypenfreudige Haltung der rechtlich-öffentlichen und auch der privaten (vielleicht abgesehen von 3Sat und arte). Zeigt man die chinesischen Politiker, die beim Schnee-Aufräumen helfen, so ist es "Propaganda". Zeigt man überfüllte Autobahne in China, so ist es "Missmanagement in bester Mao-Tradition". Zeigt man einfach Menschenmassen, so ist es "Kollektivismus".

Und bei uns: Zeigt man unsere Politiker, die irgendwo bei Naturkatastrophen helfen (wenn überhaupt), so ist es "Unterstützung und Aufmunterung der Bevölkerung". Zeigt man überfüllte Autobahne, so ist es "saisonbedingte Staus". Zeigt man einfach Menschenmassen, so ist es "Oktoberfest".

Freues Neues!

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