Nightline: Endstation Sehsucht.



Nehme einen Nachtzug in die Unendlichkeit durch die zufällig generierte Stadt.
Fahrtziel? Unbekannt.

So kurz und allumfassend beschreibt Colorfiction (Autor von "0°N 0°W") seine neuste Erfahrung "Nightline".


Im Gegensatz zu dem grell vielseitigen Vorgänger ist "Nightline" eher spartanisch aufgebaut. Sie befinden sich in einem Nachtzug, vermutlich eine U-Bahn, die jedoch auf der Oberfläche die urbane Nacht durchbohrt. In Ihrem Waggon, voller Graffiti, sind sie allein auf sich gestellt. Während die benachbarten Teile des Zuges mit schemenhaften Figuren bewohnt sind.

Ja, bewohnt, denn das Ziel ist unklar und die Fahrtdauer ebenso. Normalerweise werden die Videospiele mit Spielzeit berechnet. In diesem Fall ist die Spieldauer aber ungewiss - und hängt von Ihnen ab. Entweder steigen Sie nach einigen Minuten aus (ohne wirklich aussteigen zu können). Oder Sie bleiben Stundenlang am Fenster kleben - denn vorbei zieht eine unbekannte Metropole, voller Hochhäuser. Und in jedem Fenster spielt sich wohl das Leben. Endlos, und irgendwann doch endlich.

Die Geräuschkulisse ist ebenso verwirrenderweise beeindruckend - bald nimmt der Zug Fahrt auf, bald hört es sich so an, als ob er zu bremsen im Begriff wäre. Doch stehen bleibt er nie. Die Zeit schreitet fort. Die menschlichen Schatten geben sich geduldig der Ewigkeit hin. Und die Stadt hört nie auf.



Wie lange Sie im (und am) Zug bleiben - ist Ihnen überlassen. Eine unendliche Cyberpunk Nouvelle Vague. Ein Traum. Ein Leben. Und Sie können nicht aufhören, den vorbeiziehenden nächtlichen urbanen Landschaften zuzusehen. Das Sehen macht suchtig. Der Zug bewegt sich in Richtung Endstation Sehsucht.

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