Friday, September 29, 2006

Dada heute

Zweifellos sind die Straßenverkäufer Dadaisten unserer Zeit:
"ananananas zweaaai eueueuro! Ganz frisch - nur nur nuuurrr jetzt!
Junge Frau: aaa!pfel? aaa!pfel? aaaein Kilokilokilo! Die letzten sind
die besten, die besten sind die letzten!"

Manchmal

Manchmal bin ich,
wie man so sagt
nebedekap
nebedekap
manchmal bin ich,
wie man so sagt
nebedekap
nebedekap

nebedekap

Wednesday, September 27, 2006

Entzückserscheinungen

Es zucken jenes Morgens silberne Strähne.
Ich jage meine Träume durch die Küche,
Und Schatten jener Höhle werden wahr,
Und Lichter dieser Schatten werden laut,
Und Kreischen dieser Lichter wird so nah,
Und Nähe dieses Kreischens wird so tief,
Und Tiefe dieser Nähe wird so klar,
Und Klarheit dieser Tiefe wird so frei,
Und Freiheit dieser Klarheit wird so grün,
Und Grüne dieser Freiheit wird so blau,
Und Blaue dieser Grünheit wird so weiss,
So weis...

Des Vokabulares vielfältges Regenbogen

Es ist wahrlich stets entzuckend, das liebe geschäftge Volkchen am
Lande außerhalb der Städte, das gelassen und selbstgenügsam seine
Ernte celebrieret. Neulich geschah es mir, deren lukullischen Festen
beizuwohnen. Als es zu der Mahlzeit kam, lud mich ein Vertreter des
feierlichen Tumultes ein, des prunkvollen Tisches Ehrengast zu werden.
Aus einer nachahmungswerter Rücksicht auf die Thatsache, daß Deutsch
de facto nicht zu meiner Muttersprache gezählt werden kann, rief er
aus, indem er pantomimisch mit seinen vor schwerer Feldarbeit
erhärteten und vielerfahrenen Händen vor seinem Munde herumfuchtelnd
und ausdrucksvoll artikulierend mir zurief: "Du jetzt essen!
Verstehen? Hama-hama!"

Friday, September 22, 2006

Welch ein sinnloses Unternehmen!

Oft, in der Bibliothek sitzend und am meinem Roman herumwerkelnd höre
ich zu, welche Gedanken meine Nächsten äußern. Jetzt eben sagte eine
Studentin: "Die Menschen sind doch nur dazu da, um sich zu vermehren."
Wahrlich ist jene Aussage erschreckend. Wie sinnlos denn alles ist...

Thursday, September 21, 2006

Ein Mann im Zug

"Mann, das is jetzt blöd... Im falschen Zug bin ich noch nie
gefahren... Ou nee... Wie lange fährt dieser Zug? Bitte? Mann... Nee
oder... Och bin ich vielleicht besoffen, hohoho! Wissen Sie übrigens,
was ist Wurzel von minus zwei? Bitte? Wissens nicht? Es kann gar nicht
geben. Ja! Bitte? Ja, Wurzel von minus irgendwas gibts gar net.
Wussten Sie's nicht? Wenn man fragt: was ist Wurzel von blablabla,
dann müssen Sie antworten: gibt's nicht. Mann, bin ich besoffen! Und
dazu im falschen Zug... Echt jetzt..."

Ver schwin d

hörest du wolken?
sie ver
sie schwin
sie den
sind sie denn ver
oder schwin?
ich kann sie nicht mehr er
ich kann sie nicht mehr kenn
ich kann sie nicht mehr nen
nur
nennen

Friday, September 08, 2006

the moon
is a hole
in heaven
they do can see you,
but you cannot see them
they whisper in you ear
sweet poison of dreams
you loose control
and disappear
into dark light
of timelessness
till tomorrow

Esther and Salome

Two Beauties.
Two Beheaded.
But what a difference!

Eine Frage quälet mich bereits den ganzen Vormittag:
Wie hätte ich in meiner Westentasche den Sinn des Lebens finden
können, wo ich doch keine Weste hab.

Mein Magen stets artikulieret,
Wenn ihn der Hunger malträtieret.

Des Fusels Wesen

Es war eine gar merkwürdge Erscheinung, als ich meine Wäsche zu bügeln
im Begriff war. Ich fand auf einer dunklen Textilienfläche einen
weisen Fusel. Er schrie wahrlich empor in seiner Ausgeschlossenheit
von der ontologischen Harmonie. Dann warf ich's weg. Doch der
unsäglicher Fusel gelang auf einen hellen Stoff, und war dunkel
geworden. Jene Metamorphose beeindruckte mich zutiefst, so daß ich
fast über des Bügeleisens unartikulierbaren Bedürfnisse vergaß. Doch
ratio siegte über emotio. Nun ist's gebügelt.