Saturday, December 30, 2006

"Bitte halten Sie diese Tür für geschlossen."

Monday, December 11, 2006

Problem mit die Akzente

Führwahr! Sie ist gravierend,
Und wird mich stets verfolgen bis zum Rente:
Ich sage jetzt schon, deklarierend:
"Ich habe die Problem mit der Akzente".
Dem Heimat stets entrissen
Ich kämpfe durch die Wald des Grammatiken,
Ich werde bald verbissen,
Denn nimmermehr kann ich das Dickicht überblicken.
So lasset uns Akzente überwinden,
Gedichte weiter dichten, und Worte kühn verbinden.

Nobody is himself

Niemand ist selbst
没人是他自己
Niemand is zelf
Personne n'est lui-même
Κανένας δεν είναι ο ίδιος
Nessuno è egli stesso
だれも彼自身ない
아무도는 그 자신
Nadie es sí mismo
Никто не может утверждать, что он есть кто-то до тех пор, пока он не будет уверен в том, что он вообще есть, и не будет знать, кто именно есть.

McDonald

Tuesday, December 05, 2006

Des Computers Unverständlichkeit

Mühsam, wahrlich mühsam drehen sich die Mühlwerke eines Rechtschreibprogramms in Microsoft Word. Nichts, aber wirklich gar nichts kennt dieses Biest. Hier möchte ich Dich, mein bemitleidenswerter Leser, in den absurden Abgrund der Wortapokalypse senden.

Das Geschriebene (von mir) VS. das Erkannte (von Word)

Referendariat VS. Refendariaht
Studien-Service-Point VS. Studien-Service-Joint
scannen VS. spannen

und nun kommt's:

Mailinglisten 1) Mai-Linguisten
2) Mail-Anglisten

Zu Hülf!

Friday, December 01, 2006

Anders

Die Zeit ist viel weniger,
Als man denkt.
Der Raum ist viel sperriger,
Als man sieht.
Die Welt ist viel dreckiger,
Als man merkt.
Das Ich ist viel grolliger,
Als man glaubt.
Alles ist anders.

So earlest!

The fertilized quirrels above me
Are sloaning like vurnable blanks.
They're slappering growly: "Relove me!"
And I cannot glaw their pharanx.

Thursday, November 30, 2006

Spam from Christ

I've got today a spam.

From: Christ
Subject: sorry for being so late

Friday, November 24, 2006

Brief an die Mächtgen dieser Welt

Liebe Politiker,

In den letzten Tagen, durch den Amoklauf eines Schülers veranlasst, loderte die Diskussion auf, ob man denn die gewaltthätigen Computerspiele verbieten solle (die seien ja der einzige wichtige Grund für die Catastrophe)

Ich freue mich ausgesprochen, dass Ihr die Gesellschaft so edelmutig zu verbessern strebt, indem Ihr diese Horrorkillerspiele verbietet. Aber es gibt da noch einiges zu tun, auch in anderen gefährlichen Bereichen unsres Lebens. Nehmen wir z.B. die Literatur - jenes Nest des Unheils, das uns von unserem Alltage ablenkt und ins Verderben sturzt, unter die Lupe.

Ich habe eine Liste von erschreckenden Sachen zusammengestellt, die man noch verbieten müsste, damit unsere Gesellschaft edel, tugendhaft, jungfräulich, glücklich und von der Schmach der Bildung verschont sein möge:

Goethe "Leiden des Jungen Werthers" - für eine schamlose Selbstmordpropaganda (die erfahrungsgemäß bestens funktioniert)

Goethe "Erlkönig" (eine subliminale Konkretisierung der Kinderpornographie, vgl: "Du liebes Kind, komm, geh mit mir! / Gar schöne Spiele spiel ich mit dir" und ferner "Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?" und ferner "Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt; / Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt." . Ausserdem diskreditiert dieses Schmiertext die edle Rolle des Vaters als einer erziehender Instanz - im Gedicht reagiert er gar nicht auf die Hilfgesuche des Kindes und wenn sie beide zu Hause ankommen, ist das Kind bereits tot. Was ist denn das denn für eine Lügenschrift über die noblen Träger unserer Gesellschaft, die jeden Tag stundenlang Ihrem Nachwuchs Aufmerksamkeit schenken, anstatt sich in den Arbeitslabyrinthen zu verlieren und die Entfremdung des Kindes zu provocieren!).

Schiller "Räuber" - wie verhängnissvoll denn ist diese Destabilisation unseres treuen Glaubens an die Authoritäten, an unsere würdevollen Tugendträger, die unser Leben stets fort zu bewegen pflegen.

ETA Hoffman - dieser düstrer Mystiker, der unsere Kinder bereits in ihren zarten Jahren erschreckt und den Aberglauben stiftet.

Die Liste kann beliebig fortgeführt werden, Ihr seht ja, meine Ehrwürdigen Machtinhaber, es ist noch vieles zu tun.

Hochehrensvoll, Euer ich.

Tuesday, November 21, 2006

Unser Retter Sündenbock

Es ist immer wieder merkwürdig, wie schnell ein Sündenbock gefunden wird, und wie gerne man nach ihm in den weit entfernten Gefilden suchet.

Eine neue Gewalteruption in der Schule - diesmal in Emsdetten - ist kaum einen Tag alt geworden. Und schon ist der Schuldige parat. Die Computerspiele, nein die "Killerspiele" sollen es sein, die den Menschen in eine Sackgasse der Aggression hineinzuführen vermöchten. Die Killerspiele solle man verbieten, dann werde die Gesellschaft wieder in Ordnung sein.

Das Fremde wirkt immer befremdend. Die Schuld bei sich selbst zu suchen - was kann unerträglicher und unsäglicher sein? Nein, die Gesellschaft ist nicht schuld. Nein, die Lehrer sind nicht schuld. Nein, vor allem das Heiligste - die Eltern - sind nicht schuld. Schuld sind die Computerspiele - ein so weites Kampffeld für die nicht mehr so jungen Politiker. Weist man diesem entfernten Gebiet, ja dieser terra incognita, die ganze Schuld zu - und niemand von Betroffenen muss um des eigenen Gewissens leiden. Alle sind glücklich (wenn man es "Glück" nennen kann), alle sind ent-sorgt, alles kann weitergehen.

Die Lehrer werden ihren Unterricht weiterführen (ohne die persönliche Probleme der Schüler - der werdenden Menschen - richtig merken zu müssen).
Die Eltern werden weiter arbeiten (ohne ihren Kindern die Aufmerksamkeit zu schenken: "Wir arbeiten ja nur für unser Kind, für seine Zukunft. Da muss er schon damit rechnen, dass wir in ihn nicht so viel Zeit investieren können"). Jaja, die Ausreden, diese ständige Begleiter des Menschen.

Man verbietet die Spiele - bittesehr. Aber auch ohne Killerspiele werden Killer weiter existieren. Nicht weil sie von Natur aus so sind. Nein, eher weil wir sie so gemacht haben. Denn jedes gesellschaftliche Problem ist ein globales.

Friday, November 17, 2006

Der Stille seltsame Zerstörung

Bestimmt kennt Ihr es, mein werter Leser, dieses Momentum, als Ihr in der Bibliothek - in diesem Reich des schweigsamen Wissens - Euch verweilt und leise Eure elektronischen Briefe von dem anmutig leuchtenden Laptops Bildschirm abzulesen im Begriff seid. Doch ach! - unergründlich sind die Wege des Schicksals - es tut sich eine Flash-Werbung vor Euren frappierten Augen auf: und laute Musik erschallt in Hallen der Geräuschlosigkeit. Und eilt schon zielstrebgen Schrittes ein Bediensteter herbei, und ruft Euch auf, diesen Locus amoenus zu verlassen, indem er unübersehbar gestikulieret und seine Augen bedrohlich rollet. Und schon müsset Ihr fliehen, hinaus auf die des Regens müde Strassen. Wie schwer sind nicht die Mittel zu erwerben, mit den man zu den Quellen steigt, doch - ach! - versäumt man, des Laptops Klang zu zügeln, und schon ist man der Quellen entfernt, und des Wissens beraubt, wie der unvorsichtge Adam des Paradises.

Wednesday, November 15, 2006

Zeitloch ist gefunden! Eine kühle Rechnung.

§1. Laut dem Statistischen Jahrbuch der Bundesrepublik 2006 sieht ein Durschchnittsmensch 13 Stunden und 14 Minuten pro Woche fern. Das macht also 794 Minute, also 113 Minuten pro Tag. Behalten wir das mal im Hintersinn. Oder im Vordersinn - es kommt auf die Sinneskonstruktionen an (einige fühlen mit Herz, andere mit Bauch, wiederum andere schaffen es irgendwie, mit ihrem Hirn zu fühlen, und nennen es kategorisch "Vernunft"). Lassen wir das mal als eine Prämisse gelten.

§2. Das EU-Parlament streitet immernoch über die Werbepausen im Fernsehen. Das einzige, worauf die Abendländer sich geegnet haben, ist die komplette Länge der Werbungblocks pro Stunde = es sollen 12 Minuten Werbung pro 60 Minuten sein.

§3. Nun gehen wir mal zurück zu unserer Prämisse.
112 Minuten Fernsehrausch pro Tag sind so ca. 1 Stunde 53 Minuten. Erlauben wir uns mal eine Frechheit und Runden das mal ab, bis zu 2 Stunden.

§4. Nachdem wir uns die im §3. konkretisierte Frechheit erlaubt haben, können wir des ruhigen Gewissens anfangen zu rechnen. Pro Tag sitzt der Durchschnitts-Otto 2 Stunden lang vor der Glotze, davon also starrt er 24 Minute lang die Werbung an (zumindest soll anstarren, wie die Marketingabteilung eines jeden erfolgorientierten Senders hofft).

§5. Nachdem wir den Tageswerbungsverbrauch ausgerechnet haben, ist es leicht geworden, die Situation im Kontext der Zeit zu begreifen.

1 Tag = 24 Minuten Werbung
1 Woche = 168 Minuten = 2 Stunden 48 Minuten Werbung
1 Monat (optimistische 4 Wochen) = 627 Minuten = 10 St. 27 Minuten
1 Jahr (52 Wochen) = 7542 Minuten Werbung = 125 St. 42 Minute = 5,2 Tage
also in 10 Jahren sind`s 52 Tage Werbung
Und zu unseren 70 Jahren werden wir 364 Tage Werbung gesehen haben (denn bereits ein bauchlebender Säugling zählt zu dem Durchschnittmensch). Zu diesem reifen Alter hatten wir ein ganzes Jahr lang mit Unsinn verbracht.

Dazu waren wir optimistisch. Denn ein Monat ist nicht gleich 28 Tage...
Und das EU-Parlament kann sich für noch grausamere Strafen der Öffentlichkeit entscheiden.

Tuesday, November 14, 2006

Alles gute, lieber Georg Wilhelm Friedrich!

„Du darfst sie nicht verwechseln: Gogol mit Hegel, Hegel mit Bebel, Bebel mit Babel“, sagt man in Russland. Tatsächlich: was haben sie miteinander gemeinsam? Der erste und der vierte schrieben zwar auf Russisch, dafür aber in verschiedenen Jahrhunderten und über verschiedensten Dinge. Der zweite und der dritte lebten zwar in Deutschland, dafür war der eine Apologet des Deutschen Idealismus und der andere –.Mitbegründer der SPD. Was haben denn diese alle Menschen gemeinsam? Nunja, sie sind alle tot. Und Hegel am längsten. An diesem Dienstag ist er nämlich schon seit 175 Jahren als abwesend gemeldet. Und das wird gefeiert.

Ich verstehe den Sinn einer solchen Feier nicht. Gut noch, einen Geburtstag zu feiern. Aber den Todestag? Man wird nicht das Gefühl los, die Gesellschaft kann nicht ohne Leichenschmaus, sie möchte ihre hungrige Pietät in vollen Zügen ausleben. Eine Art nekrophiler Gargantua.

Also, was wissen wir über Hegel? Er war mal jung, hat Magister der Philosophie mit der Auszeichnung „Philosophiae multam operam impendit“ abgeschlossen (einige Biographen geben „nullam“ statt „multam“ an). Hat mit Hölderlin und Schelling um den Freiheitsbaum getanzt. Hat die kopflastige „Phänomenologie des Geistes“ geschrieben. Machte schale Witze über Katholiken, die Kothäufchen von hostienfressenden Mäusen anbeten. Folgte dem Ruf nach Schleiermachers Universität in Berlin. Starb schließlich an Cholera.

Da war noch was mit Dialektik, doch „who cares“. Zumal er für die klaren Termini „These, Antithese und Synthese“ die schrägen Begriffe „An-sich-Sein“, „Für-andere-Sein“ bzw. „Für-sich-Sein“ eingeführt hatte.

An sich ist Hegel bedeutend für die Entwicklung der europäischen Philosophie . Für andere ist er schwer lesbar. Und für sich hat er im philosophischen Pantheon noch zu Lebzeiten einen guten Sitzplatz reserviert. Was will man mehr?

Zu Geburtstag singt man „Happy Birthday“. Was singt man aber zu einem solchen Anlass?..

Friday, November 10, 2006

Des Selbstmords Countdown. Teil IV

Sieh an, sieh an. Der Gouverneur der Hauptstadtprefektur Tokyo, Shintaro Ishihara meldet sich zu Wort. "Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei diesen Briefen um das Werk eines Erwachsenen handelt, ist hoch. Der Stil, die klare Argumentationsfuehrung - alles spricht dafuer". Der Schreiber sympathisiere mit den Oepfern des Mobbings. Jedoch zu Eltern gehoere er wohl doch nicht. Denn mit diesem Brief provoziere der Autor ja die moeglichen, unkontrollierbaren Selbsmorde im ganzen Land. Eine Intention der Eltern kann es kaum sein, sagt der Chef "aus eigener Erfahrung als Vater".
"Man muss sich aufruetteln. Ohne "fighting spirit" wird man ja das ganze Leben lang von allen gequält, oder nicht?" - das sind die Schlusswoerter des Gouverneurs. Also, keine Sympatie mit diesen passiven Opfern des Mobbing. Nach dem Motto "Rette Dich selbst". Auch wenn der Bildungsminister sagt: "Die Gesellschaft steht hinter Dir".
Also, bewirkt der Brief, egal, wer auch immer ihn verfasste, eine grosse Bewegung im Lande. Brief-Terror, mit einer positiven Absicht - was für eine brilliante Idee!
Mehr dazu hier

Des Selbstmords Countdown. Teil III

Die Eltern werden langsam unruhig. Und tätig. Sie heuern die Privatdetektive an, um die Mobbingfälle und Quälereien an Ihren Kindern zu verfolgen. Lange haben sie gebraucht. Lange haben sie Ihre Kinder ignoriert. Nun ist's die höchste Zeit.
Mehr dazu hier

Des Selbstmords Countdown. Teil II

Am Donnerstag, dem 9. November erreichte den Bildungsminister ein neuer Brief, unterschrieben von einer Oberschülerin. Sie erklärt ihre Solidarität mit dem Autor der früheren Briefe und teilt mit, sie begehe ebenso am 11.11. den Selbstmord – wegen Bullying.
Mehr dazu hier

Des Selbstmords Countdown.

Japan ist schockiert. Ein Selbstmordanschlag wird angekündigt. Für 11. November.

Der Bildungsminister, Bunmei Ibuki, bekam noch Anfang der Woche, am 07.11. einen Umschlag ohne Absender. Im Umschlag lagen mehrere Briefe. Der erste Brief, ein verzweifeltes Ultimatum, war an den Minister selbst adressiert. Der anonyme Autor gab sich für einen Schüler aus, der von seinen Mitschüler gequält und gedemütigt wurde, und zwar in solcher Intensivität, dass dem Schreibenden keine Wahl bleibe: falls die Quälereien nicht bis zum 11. November aufhören, werde er Selbstmord begehen. "Ich habe mich an die Lehrer gewendet, die haben mich ignoriert. Ich habe an meine Mitschüler gewendet, sie haben mich weiter gequält. Ich habe mich an meine Eltern gewendet, "Guduld, nur Geduld!", sagten sie mir. Alle haben mich im Stich gelassen", schreibt der Anonym.
Die weiteren Briefe sind ebenso wichtig: Im Brief an seine Quälgeister, und auch an die untätigen Klassenältesten ruft er sie auf, seiner Tat zu folgen: "Ihr alle habt mich getötet. Deswegen sollt Ihr alle auch sterben. Das ist meine letzte Bitte: am 12. November begeht Ihr alle den Selbstmord: durch Erdrosseln oder Erstechen mit einem Messer".


Dieser Brief ist auch bemerkenswert wegen des dort entworfenen Szenarios post mortem: Die Medien, der Bildungsausschuss, das Bildungsministerium, die Schulleitung und die Mitschüler werden die eigene Schuld eifrig auf die anderen abwälzen und die Gründe der Tat überall suchen, nur nicht bei sich selbst. Die offensichtliche Existenz des Bullying (Schuladaptation des Mobbing am Arbeitsplatz) wird überall dementiert werden, die Quälereien selbst werden hiermit aber nie. Diese hochgradige Gesellschafts-, aber auch Medienkritik weist auf die Ausweglosigkeit des Schreibenden einerseits, aber auch auf seine exzellente Strategie andrerseits hin: Nun ist jeder Versuch, eigene Schuld abzuleugnen, bereits entlarvt, noch bevor er artikuliert wurde. Mit billigen Schuldweiterleitungen kommt man jetzt nicht mehr davon. Denn es folgen bereits die weiteren Selbstmorde, und die Schulen zitieren - eigenlich! - den Brief des noch lebenden Selbstmörders, indem sie behaupten, "der Unfall hat nichts mit irgendwelchen Quälereien zu tun, Mobbing gibt's nicht bei uns" (wie es der Schulleiter der Hochschule in Kokurakita-ku (Nordkyushu) behauptet.


Die Briefe sind äußerst allgemein verfasst, auch der Briefstempel ist unleserlich, also wird der Brief an sich zu einem "pars pro toto", der Hilferuf entspringt den unzähligen Opfern des Bullying in ganz Japan. Die ersten Schritte sind bereits - ungewöhnlich schnell - unternommen: die Presse sucht nach den Mobbenden und Gemobbten im ganzen Land und jede Schule, in deren Schatten sich die Gewalt eingenistet hatte, fürchtet sich vor der Entlarvung. Der Bildungsminister ruft den anonymen Schreiber auf, sich zu besinnen, und zu verstehen, dass die Gesellschaft hinter ihm stehe und ihn unterstütze. Im Kontext der Briefe klingen diese hilflosen Floskeln geradezu zynisch.


Eigentlich muss jetzt auch kein Selbstmord mehr stattfinden, auch ist es nicht mehr relevant, ob die Briefe wirklich der Feder eines Schülers entstammen, oder doch deren Urheberschaft bei einem Journalisten, Politiker oder bei besorgten Eltern liegt - der Schneeball der Offenbarung rollt durch die Insel. Jeder fühlt sich angesprochen. Ob kein Selbstmord stattfindet oder doch eine Selbstmordlawine durch die gequälten Schulhöfe rollt - sicher ist, das Unausgesprochene ist endlich ausgesprochen, das Unkonkretisierbare konkretisiert, jegliche Mechanismen der Vertuschung gar prophezeit...

Friday, October 13, 2006

Überwindeln

Das Leben, weißt Du,
ist eine Reihe
mit einem Einfang und einem Ände.
Und ob ich flüstre, ob ich schreie,
Das bringt zu keiner großen Wende.
Die Wände sinds, die uns umgeben.
Drum such ein Fenster in Deinem Leben.

...

ICH
gibt es mehr als
DU,
wir sind alle
schizophrene Sonderlinge

Thursday, October 05, 2006

-Was ist richtig: das Plan oder der Plan?
-Natürlich DAS Plan: FünfjahrESplan.

Friday, September 29, 2006

Dada heute

Zweifellos sind die Straßenverkäufer Dadaisten unserer Zeit:
"ananananas zweaaai eueueuro! Ganz frisch - nur nur nuuurrr jetzt!
Junge Frau: aaa!pfel? aaa!pfel? aaaein Kilokilokilo! Die letzten sind
die besten, die besten sind die letzten!"

Manchmal

Manchmal bin ich,
wie man so sagt
nebedekap
nebedekap
manchmal bin ich,
wie man so sagt
nebedekap
nebedekap

nebedekap

Wednesday, September 27, 2006

Entzückserscheinungen

Es zucken jenes Morgens silberne Strähne.
Ich jage meine Träume durch die Küche,
Und Schatten jener Höhle werden wahr,
Und Lichter dieser Schatten werden laut,
Und Kreischen dieser Lichter wird so nah,
Und Nähe dieses Kreischens wird so tief,
Und Tiefe dieser Nähe wird so klar,
Und Klarheit dieser Tiefe wird so frei,
Und Freiheit dieser Klarheit wird so grün,
Und Grüne dieser Freiheit wird so blau,
Und Blaue dieser Grünheit wird so weiss,
So weis...

Des Vokabulares vielfältges Regenbogen

Es ist wahrlich stets entzuckend, das liebe geschäftge Volkchen am
Lande außerhalb der Städte, das gelassen und selbstgenügsam seine
Ernte celebrieret. Neulich geschah es mir, deren lukullischen Festen
beizuwohnen. Als es zu der Mahlzeit kam, lud mich ein Vertreter des
feierlichen Tumultes ein, des prunkvollen Tisches Ehrengast zu werden.
Aus einer nachahmungswerter Rücksicht auf die Thatsache, daß Deutsch
de facto nicht zu meiner Muttersprache gezählt werden kann, rief er
aus, indem er pantomimisch mit seinen vor schwerer Feldarbeit
erhärteten und vielerfahrenen Händen vor seinem Munde herumfuchtelnd
und ausdrucksvoll artikulierend mir zurief: "Du jetzt essen!
Verstehen? Hama-hama!"

Friday, September 22, 2006

Welch ein sinnloses Unternehmen!

Oft, in der Bibliothek sitzend und am meinem Roman herumwerkelnd höre
ich zu, welche Gedanken meine Nächsten äußern. Jetzt eben sagte eine
Studentin: "Die Menschen sind doch nur dazu da, um sich zu vermehren."
Wahrlich ist jene Aussage erschreckend. Wie sinnlos denn alles ist...

Thursday, September 21, 2006

Ein Mann im Zug

"Mann, das is jetzt blöd... Im falschen Zug bin ich noch nie
gefahren... Ou nee... Wie lange fährt dieser Zug? Bitte? Mann... Nee
oder... Och bin ich vielleicht besoffen, hohoho! Wissen Sie übrigens,
was ist Wurzel von minus zwei? Bitte? Wissens nicht? Es kann gar nicht
geben. Ja! Bitte? Ja, Wurzel von minus irgendwas gibts gar net.
Wussten Sie's nicht? Wenn man fragt: was ist Wurzel von blablabla,
dann müssen Sie antworten: gibt's nicht. Mann, bin ich besoffen! Und
dazu im falschen Zug... Echt jetzt..."

Ver schwin d

hörest du wolken?
sie ver
sie schwin
sie den
sind sie denn ver
oder schwin?
ich kann sie nicht mehr er
ich kann sie nicht mehr kenn
ich kann sie nicht mehr nen
nur
nennen

Friday, September 08, 2006

the moon
is a hole
in heaven
they do can see you,
but you cannot see them
they whisper in you ear
sweet poison of dreams
you loose control
and disappear
into dark light
of timelessness
till tomorrow

Esther and Salome

Two Beauties.
Two Beheaded.
But what a difference!

Eine Frage quälet mich bereits den ganzen Vormittag:
Wie hätte ich in meiner Westentasche den Sinn des Lebens finden
können, wo ich doch keine Weste hab.

Mein Magen stets artikulieret,
Wenn ihn der Hunger malträtieret.

Des Fusels Wesen

Es war eine gar merkwürdge Erscheinung, als ich meine Wäsche zu bügeln
im Begriff war. Ich fand auf einer dunklen Textilienfläche einen
weisen Fusel. Er schrie wahrlich empor in seiner Ausgeschlossenheit
von der ontologischen Harmonie. Dann warf ich's weg. Doch der
unsäglicher Fusel gelang auf einen hellen Stoff, und war dunkel
geworden. Jene Metamorphose beeindruckte mich zutiefst, so daß ich
fast über des Bügeleisens unartikulierbaren Bedürfnisse vergaß. Doch
ratio siegte über emotio. Nun ist's gebügelt.

Monday, August 07, 2006

Coming soon

I was with our artist group in Poland. This travel was pretty cool.
I'll post here surrealistic pics of that adventure.

Mysterious

Our call-center with staff of 15 people has two Mirjam and one Mirjem...

Monday, June 26, 2006

Ein gutes Protest-Motto für die Studiengebührengegner

Da, kommt es per se und kostenlos.
Man kann sich des kostbarsten Inhaltes bedienen.

„Wenn alle ein wenig zusammenlegen, kann man somit schon eine recht hohe Aufmerksamkeit erzeugen“

Thursday, June 22, 2006

Wednesday, June 14, 2006

1:0

Deutschland gewann! Aber Polen war stark. Gut so.

Monday, June 12, 2006

Wunderlich

Wahrlich wunderlich ist diese Spezie Mensch. Auf die eigenen Vorzüge
ausgerichtet, bemüht er sich, des Nächsten Torrheit sich zu Nutze zu
machen.

Ego

Friday, June 09, 2006

Yahooooooooooo!

So ist's, Ihr lieben.
Nun hab ich die Uni mit 1,5 i.e. "sehr gut", abgeschlossen.
Nun bin ich endlich mal Magister Artium. Nun wohin mit meinem MA? Zum Glück, habe ich eine Arbeit, die zwar keineswegs etwas mit Slavistik und Germanistik zu tun hat, aber immerhin, eine gute Arbeit.

***

Yeah! I'm Magister Artium now, a cool Old European title. Perhaps, one of the last Magisters, 'cause now German Universities want to produce only "Bachelors" and "Masters", for better European (or worldwide) Integration. O well, "integration" is a good idea. But at the moment (e.g.) Universities of Mainz and Frankfurt cannot reach a consensus with each other. Heh, worldwide integration :-)

But well, "I free now" (Benigni in "Coffee and Cigarettes"). And I'm happy to research for... well, just for fun. Nobody can stop me now! Gyahahahahaha

***

やった! 大学は終ったよ!すべて卒業も終った。
これから僕は自由な人間だなぁ。
今、僕はMAGISTER・ARTIUMと言う人。よく分からんけど、何かいい感じっす。
でもさ、研究を止めたくないだ。
もっともっと読みたい。BOOKAHOLICかな、僕は。

Thursday, June 08, 2006

So

Da wären wir, doch da wir nicht da waren, wären wir auch dann nicht
da, wenn wir, während wir nicht da waren, geglaubt hätten, wir wären
da.

Traum

Da erzählte ich meiner herzallerliebsten über diesen komischen traum,
in dem ich sah, wie ein igel aus einem see aufs land herausstieg,
dabei war der igel ganz kahl und nadellos wie eine handfläche, und
mehr noch: er hielt fest in seinen rosa pfoten einen kühlen
kalaschnikow, nur jetzt frage ich mich, ob es wirklich ein traum war,
oder ich eher geträumt hatte, ich habe über diesen igel meiner
herzallerliebsten erzählt.

Gorbi aktiv

Das finde ich ausgesprochen nachahmenswert: Gorbatschow übt eine harte
Kritik gegenüber dem hessischen Kultusminister Roland Koch. Die
Studiengebühren seien ein Unding. Gorbi zeigt seine Solidarität mit
Gegner der Studiengebühren. Wo bleiben denn seine deutschen Kollegen?
Die meisten von denen schweigen. Lobby ist ja wichtiger als
irgendwelche Zukunft irgendeiner nebulöser Abstraktion namens
Bildung...

Fibonacci Poesie

du
ich
leben
zusammen
in diesem irren
unding namens universum

Wednesday, June 07, 2006

Dämontage

jeder
von uns
hat solche tage
als die dämonen der zeit
uns umkreisen
sie
demontieren des augenblickes konstruktion
und lassen
die tempel der selbstverliebtheit
wie kartenhäuslein
einsturzen

zu dieser zeit
ist man seiner selbst
weder ein diener
noch herr
einfach ein anderer

Heut morgen

.Auf eine wundersamste Art und Weise entstellt, lag's heut morgen vor
meinen gar wortlosen Augen: meines Velozipeds Schloß. Das Veloziped
selbst jedoch entglitt jedem Versuche, meine Wahrnehmung
verschiedenartig zu bethätigen. Von dieser unglaublichen machina, in
der sich des Menschen Witz und Kunst in einer Apotheose vereinen, von
ihr fehlte in der That jede Spur. O tempora, o mores!

Tuesday, June 06, 2006

Enigmatisch

Oh welch ein gar erstaunlich Ding ist dieses Wunder namens Liebe!
Gerade sich durch Dickicht der vorantreibenden Rushhourmenschenmenge
zum Ausgange emporarbeitend erblickte ich ein Pärchen. Sie pflegten
nicht nur im Liebchens Kammer einander in wärmsten Liebkosungen zu
übertreffen. Nein, auch im Volke machten sie aus ihrer gegenseitigen
innigsten Zuneigung kein Geheimnis. Nach einem lang andauernden
Zungenkuß sagte Er zu Ihr: "Hey, merk dir: wenn Dich jemand ansaugt,
lasse Dich von ihm angesaugt werden"

Clarifying

Well, I am Merzmensch. And I do have Livejournal-account. But my
account is only Http://Dada-ist.Livejournal.com. Other coincidents are
simply coincidental.

Test3

Test3

Wednesday, May 31, 2006

Dada Türkisch

Heute geschah es mir, einer lautpoetischen Genese beiwöhnen zu dürfen.
In der UBahn sassen zwei türkische Mitbürgerinnen, die die deutsche Sprache spielerisch auf eine wunderbarste Art und Weise zu dekonstruieren im Begriff waren.
Diese Dadaisierung bestand aus folgenden Schritten:


Ich möchte wissen.
Isch möschte wissen.
Isch möscht wissen.
Sch möscht wissn.
Schmöschtwssn.
Schmschtwssn

Da dachte ich mir: Schwitters und Jandl wären doch ganz bestimmt glücklich. Besonders Jandl,
mit seinem

schtzngrmm

Tuesday, May 30, 2006

My first post

Well, oder eigentlich, ich weiss nicht, welche Sprache ich wählen soll.
Если я буду писать по-русски, меня не поймут японцы.
で、日本語で書ったらドイツ人たちはなにも分からんなぁ。。。
If I'll write in English, many Russians will ask me, why not Russian.
So, I'll write in many languages, but at most - in English.

...

The most important thing is...
what the heck about I'll write here...
My dear friends, I cannot answer that cruel question.

Well, here we are, the no name dadaists. :-)